Lösungen für THG-Reduktion zulassen - grüne Verbrenner integrieren

Der derzeitige Rechtsrahmen zeigt eine einseitige Fokussierung: Biomethan und fortschrittliche, erneuerbare gasförmige oder flüssige Kraftstoffe gelten zwar an der Tankstelle als nachhaltig, nicht aber bei der Verwendung im Fahrzeug. Damit wird z.B. Biomethan aktuell nur über die THG-Minderungsquote incentiviert. Auf dieses Instrument verweist derzeit auch noch die EU-Kommission. Das aber lässt die Fahrzeughersteller außen vor, die keine ausreichende Motivation haben, die entsprechenden Fahrzeuge zu entwickeln und zu vermarkten. Damit entfallen mittelfristig die Abnehmer für diesen klimaneutralen Kraftstoff und entsprechend eine wichtige Option mit großem Mengenpotential zur THG-Reduktion im Mobilitätssektor. Diese Option kann auf absehbare Zeit auch nur hier gezogen werden, weil nur im Straßenverkehr die THG-Vermeidungskosten und der THG-Minderungsdruck ausreichend groß sind, um die Mehrkosten gegenüber den fossilen Optionen auszugleichen.

Ab 2021 müssen Fahrzeughersteller (OEMs) strikte Grenzwerte bei den Treibhausgasemissionen ihrer Fahrzeugflotten einhalten. Dieser Grenzwert liegt zunächst bei 95 g CO2/km und wird bis 2030 abgesenkt auf ca. 60 g CO2/km. Mit der Berücksichtigung von grünen Verbrennern ließen sich diese Werte einfacher und wirtschaftlicher erreichen. Doch ein großes Hindernis für die Mobilität mit erneuerbaren Gasen ist, dass die Fahrzeughersteller das Klimapotential dieser grünen Verbrenner bisher nicht nutzen können, um die Vorgaben der EU zu den Flottengrenzwerten zu erreichen.

Über die aktuell gültige „tank-to-wheel“ Betrachtung, bei der nur die Emissionen am Fahrzeug berücksichtigt werden, können Antriebe mit nachhaltigen Kraftstoffen rechnerisch keinen Beitrag leisten, auch wenn diese klimaneutral sind. Erneuerbare gasförmige und flüssige Kraftstoffe werden damit nicht entsprechend ihres THG-Minderungspotenzials bewertet.

Es fehlt ein zielorientierter und fairer Anrechnungsmechanismus für Emissionsminderungen, die mit grünen Verbrennern erreicht werden. Eine freiwillige Anrechnung zusätzlicher Kraftstoffmengen, die nicht für die THG-Quoten der RED-2 verwendet werden, auf die Flottenwerte würde Fahrzeugherstellern einen starken Anreiz geben, diese Fahrzeuge weiter zu entwickeln und in den Markt zu bringen, und damit CO2-Emissionen im Straßenverkehr ganzheitlich vermieden.